Kulturlehrpfad

956 begann die Rodung für die "urbs" Geronisroth. So kann Gernrode heute über eine 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Um sie kennenzulernen begleiten Sie uns auf dem Kulturlehrpfad durch Gernrode. Wir laden herzlich dazu ein.

1. Die Stiftskirche

Gernrodes Wahrzeichen ist die Stiftskirche Sankt Cyriakus. Sie ist das einzige, nahezu unveränderte romanische Bauwerk ottonischer Zeit in Nord-und Mitteleuropa.

961 gründete Markgraf Gero auf dem Gelände seiner Burg das Damenstift Sankt Cyriakus. Erste Äbtissin wird Hathui, die Witwe seines verstorbenen Sohnes Siegfried. Zu dieser Zeit wird mit dem Bau der Stiftskirche in Gernrode begonnen. Im Jahre 1570 wurde das Stift geschlossen. 1832 wurde die herzogliche Domäne Abtei aufgelöst, von Amtmann Henneberg ersteigert und 1859 von der anhaltinischen Staatsregierung zurück gekauft und völlig renoviert.

In unserer heutigen Zeit erstrahlt die Stiftskirche wieder in ihrer alten Schönheit und ist die bekannteste kulturhistorische Sehenswürdigkeit in Gernrode.

2. Die Linde

Nach der Besiedlung war an dieser Stelle vermutlich der "Thingplatz". Später wurde der Platz für alle Bewohner als Versammlungs- und Festplatz genutzt. Als in dieser Gegend große Höfe entstanden, war die Linde Grenzbaum zwischen den einzelnen Gehöften. Vor einigen Jahren wurde die Linde so stark vom Blitz getroffen, dass sie entfernt werden mußte. An dieser Stelle wurde 1981/82 der Platz neu gestaltet und eine junge Linde gepflanzt. Durch verkehrstechnische Umbauten mußte die Linde jedoch entfernt werden und wurde im Oktober 1999 neu gepflanzt.

3. Die ehemalige Dorfkirche mit Sühnekreuz

Die ehemalige Stephanikirche (Marktkirche) wurde 1064 als Markt -und Stadtkirche erbaut. 1188 stiftete Kaiser Barbarossa für den Stephanikirchturm eine Glocke, welche noch heute genutzt wird. Nach der Einführung der Reformation (1521) wurde die Kirche vorwiegend als Begräbsniskirche genutzt. Ab 1619 war sie wieder eine Stadtkirche. 1847 wurde die Stephanikirche zur Schule um-und ausgebaut. Der Kirchturm blieb in der alten Form erhalten, er gehört weiterhin der Kirche.

Das Sühnekreuz, auch Gerokreuz genannt, wurde als Sühne für begangene Bluttaten des Markgrafen Gero bei der Unterwerfung der slawischen Stämme von Elbe und Oder aufgestellt. Ursprünglicher Standort war der Nordhügel des Klosters.

In den 60-er Jahren wurde das Sühnekreuz als ältester Zeuge aus Gernrodes Vergangenheit an eine historische Stätte, der ehemaligen Marktkirche aufgestellt.

4. Die alte Küsterei

In der Bergstraße 3 befindet sich auf dem Gelände des früheren Oberpfarrhofes die alte Küsterei der Stephanikirche (Marktkirche) aus dem 11. Jahrhundert.

1951/52 wurde diese Küsterei umfassend renoviert, dabei wurde das alte Fachwerk wieder

hergestellt. Bei den Bauarbeiten stieß man im Keller auf das alte Gewölbe, welches vermutlich zu der alten Marktkirche gehörte und um 900 entstanden ist.

5. Der Spittelplatz

Der Name Spittelplatz weist auf ein Hospital an diesem Platz hin. 1136 wurde ein Spital für alte, gebrechliche Bürger eingerichtet. 1867 wurde das Gebäude wegen Baufälligkeit abgerissen.

Bis 1926 gab es auf dem Spittelplatz den Spittelteich. Er diente der am Spittelteich ansässigen Gero-Brauerei zum Säubern der Bottiche und als Pferdetränke. Am Teich waren lange Zeit sogenannte Sturmfässer zum Feuer löschen aufgestellt. 1926 wurde der Teich zugeschüttet und später gepflastert.

6. Ehemaliger Klosterhof, Turmhaus

Das Anwesen in der Äbtissinstraße 6 war ein ehemaliger Klosterhof mit Turmhaus. In dem Haus ist ein Kellergewölbe, dessen Lage und Anordnung darauf hinweist, dass es früher als Lagerkeller der Stiftsbrauerei gedient hat. Vom Keller des Hauses führte ein unterirdischer Gang zum Stift, der später zugeschüttet wurde. Im 1500 Jahrhundert wurde das Grundstück zum Wirtschaftshof ausgebaut. Das 1477 darauf erbaute Haus ist wohl das älteste noch stehende Haus im Fachwerkstil in Gernrode. In der heutigen Zeit befindet sich hier ein Eiscafe mit Kaffeegarten.

7 Der Bläkhof

Der Bläkhof ist ein ehemaliger Klosterhof. Die Mauern des Hofes sollen zum Teil noch aus der Entstehungszeit stammen. Im Torbogen (für Mitteldeutschland ein einzigartiger Neidkopf-Torbogen) befindet sich in der Mitte eine Domänemaske, die Unheil vom Hof abwenden soll.

8. Die ehemalige Schule

Nach der Reformation im Land Anhalt und Gernrode wurde die Gernroder Elementarschule, die wahrscheinlich älteste Elementarschule Deutschlands, erstmals1533 erwähnt.

Dieses Gernroder Schulhaus befindet sich in der St. Cyriakus Straße 2 und wurde bis 1847 für den Schulunterricht genutzt. 1998 erwarb der Kulturverein "Andreas Popperodt" e.V. dieses Grundstück. Mit viel Aufwand und Arrangement wurde es  restauriert und wird als Schul-und Stadtmuseum vom Kulturverein geführt.

9. Häuschenstraße 6

Das Haus Häuschenstraße 6 war im 16. Jahrhundert Pfarrhaus.

Besitzer war Andreas Popperodt, Rektor der Schule und erster Pfarrer nach der Reformation. Popperodt war für Gernrode ein bedeutender Historiker.Er ist der Verfassser der "Annales Gernrodensis".

Das Haus ist ein Fachwerkhaus mit schöner Schnitzerei und der auf Popperodt bezüglichen lateinischen Inschrift:

"Ich Andreas Popperodt, habe im Jahre 1559 in meiner Vaterstadt das Haus meines Vaters neu aufgebaut."

10. Das Rathaus

Das heutige Rathaus, in der Ortsmitte liegend, besteht seit 1914/1915.

Bereits um 1530 wurde das erste Rathaus gebaut, bedingt durch größere Reparaturen entstand 1664 bis 1666 an der gleichen Stelle ein neues Rathaus.

Von unserem heutigen Rathaus, teilweise im Fachwerkstil gebaut, führen strahlenförmig Straßen in verschiedene Stadtteile. Einen großen Marktplatz gibt es bedingt durch Raummangel nicht.

Der Markt zog sich als Marktstraße um das Rathaus herum.

11. Die Bückemühle

Unter vielen anderen Gernroder Mühlen gab es die Bückemühle. Sie wurde um 1700 erbaut. Schnitzereien am Haus, Winkelmaß und Zirkel tragen diese Jahreszahl. Bis 1930 wurde die Bückemühle als Schrot- und Mehlmühle genutzt.

Heute befindet sich dort eine Pension und Gaststätte mit gleichem Namen, welche für ihre Fischspezialitäten bekannt ist.

12. Der Stubenberg

Der Stubenberg mit seinem für Gernrode charakteristischen Gebäude, ragt über der Stadt und ist schon von weitem zu erkennen. Der Stubenberg wurde 1754 als ehemaliges Herrenhaus errichtet.

Im Jahre 1910 wurde es zu einem Hotel ausgebaut, das die Bezeichnung Kurhaus bekam.

Durch die herrliche Lage des Stubenberg`s, welche einen weiten Blick in das Harzvorland ermöglicht, wurde ein beliebter Ausflugsort für die Gernroder und Besucher.

1945 war der Stubenberg kurzzeitig Quartier amerikanischer Soldaten, später wurde er ein Ferienheim der Gewerkschaft.

Der Stubenberg befand sich bis 2002 in privater Hand und begrüßte seine Besucher als Panorama Hotel Stubenberg. Ab 2003 war der Stubenberg ein Seminarhaus und zur Zeit leider geschlossen.

13. Der Hungerstein

1846 war eine große Dürre in Gernrode und Umgebung, die zur Folge Mißernten, Teuerungen und Arbeitslosigkeit hatten.

Zur Erinnerung an diese harte Zeit wurde durch den damaligen Mühlenbesitzer Bormann der Hungerstein aufgestellt.

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  • 16.12.2017  
    Duo Wojciech & Eggebrecht - Quedlinburg
    wann: 13:30  15:00 Uhr
    Kategorie: Musik

    Gitarrenklänge zur Adventszeit

  • 16.12.2017  
    Rundgang durch das UNESCO-Welterbe - Quedlinburg
    wann: 14:00   Uhr
    Kategorie: Kunst, Kultur und Literatur

    Sind Sie zum ersten Mal in Quedlinburg? Möchten Sie sich über Geschichte, Baukunst und Leben in einer tausendjährigen Welterbestadt informieren? Dann empfehlen wir diesen Stadtrundgang von der Altstadt bis zum Schlossberg. Am 24.12. und 31.12. beginnt die Führung bereits um 11 Uhr.

  • 16.12.2017  
    Vorweihnachtlicher Nachmittag ?Advent, als wir Kinder waren?. - Quedlinburg
    wann: 15:00   Uhr
    Kategorie: Sonstiges

    Mit zur Adventszeit gehörenden Geschichten und Einstimmung auf das nahende Weihnachtsfest wird gemeinsam musiziert und gesungen. Bekannte Lieder wie wir sie in der Familie unter dem Weihnachtsbaum gesungen haben wie „Ihr Kinderlein kommet“,  „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind“ und andere kommen zu Gehör. Neben Mitgliedern des Förderkreises wird dieser Nachmittag gestaltet von den Pfr. i.R. Heide und Michael Sehmsdorf mit Texten und der Mundharmonika,  Desiree Bienert spielt auf der Klarinette und Christian Koch auf dem Saxophon.  Da die Kirche nicht beheizt werden kann, werden warme Getränke, auch für anwesende Kinder,  von den Damen des Förderkreises gereicht.  Wir freuen uns auf Ihren Besuch.